Das Ensemble ›gelberklang‹ widmet sich seit 1992 der Interpretation zeitgenössischer Kammermusik, mit der es in den letzten Jahren verstärkt in Beziehung zu anderen Künsten trat. Die Kernbesetzung Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello, Klavier, Harfe und Schlagzeug bildet die Basis auch für größer oder kleiner besetzte Werke. Eine dieser kleineren Besetzungen ist das HELIOS StreichQuartett, dessen Besonderheit neben der Beherrschung komplexer Partituren die freie Improvisation ist.
Die inhaltlich und ästhetisch gezielt auf Kunstausstellungen hin konzipierten Programme (z.B. zu Rothko, Newman, Serra, Richter, Mell und diversen Minimal/Zero-Ausstellungen) wurden in Museen und Galerien u.a. im Daimler-Chrysler Contemporary/ Berlin, in der Fondation Beyeler/Basel, in der Kunstsammlung/Chemnitz und in der Staatsgalerie/Stuttgart mit Begeisterung aufgenommen. Neben einer großen Tanzperformance ( ›Das Rauschen der blauen Tür‹ von Imbescheid und Beyer) gab es auch den Ausstauch zwischen Musik und Literatur in einem Celan Programm, in dem Black Mountain College Projekt und in “Kassandra”. Im Bereich Musiktheater entstand mit Stipendiaten der Akademie Musiktheater heute (Deutsche Bank Stiftung) “Discorso” mit Aufführungen in Frankfurt und Stuttgart.
Der Name des Ensembles, der sich anlehnt an Kandinskys gesamtkünstlerisches Theaterprojekt aus dem Jahre 1912 ›Der gelbe Klang‹, steht für die interdisziplinäre Idee, aus der heraus auch >de Stad< von Oscar van Dillen entstand, ein Werk, das in einer Ausstellung über die Geschichte der Stadt Rotterdam im dortigen historischen Museum seit September 2003 die Besucher durch das Museum leitet. Dazu entstand die gleichnamige CD , die, wie die Porträt-CD des Ensembles (>Farben der Stille< 2002) und die CD mit Werken des jungen deutsch-amerikanischen Komponisten Jens Joneleit (2001) bei dem Düsseldorfer Label cybele erschien. Im April 2005 erschien eine neue CD (Looks like me) unter dem Wuppertaler Label FREE ELEPHANT RECORDS mit Improvisationen des HELIOS Streichquartetts mit Terry Jenoure (New York) Violine, Stimme und Sebastian Gramms (Köln), Kontrabass.
Viele Auftragswerke wurden vom Ensemble zu besonderen Anlässen vergeben und uraufgeführt. ›gelberklang‹ spielt in der Regel ohne Dirigent, um den kammermusikalischen Aspekt zu kultivieren. Dies setzt eine intensive Auseinandersetzung mit den musikalischen Werken und ein hohes Maß an Kommunikationsbereitschaft der Musiker voraus.
Die künstlerisch-pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spielt eine ständig wachsende Rolle: seit 1996 begleitete ›gelberklang‹ als Ensemble-in-residence die Preisträger des Wettbewerbs ›Jugend komponiert‹ bei ihrer Arbeitswoche und pflegt auch dadurch intensiven Kontakt zur jüngsten Komponistengeneration. Einige Ensemble-Mitglieder sind tätig als Teamer im hessischen Response-Projekt (Neue Musik macht Schule). Mit der Idee, “Improvisations als Weg – Wege zur Improvisation” wurde im Frühjahr 2006 der Open_Music e.V. gegründet. Scott Roller, zusammen mit Ulrike Stortz, Michael Kiedaisch und Gareth Lubbe leiten Workshops mit Schulklassen und freien Gruppen in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Die Ergebnisse dieser Workshops werden nach Möglichkeit öffentlich präsentiert und so spielen Jugendliche eine Konzerthälfte, das Ensemble die andere.